Domgymnasium Naumburg
Tag der offenen Tür 2009

Eifrig wird mit Vorurteilen aufgeräumt, geschäftig werden allerlei Fragen beantwortet und stolz präsentiert, was man im Laufe der Jahre alles schönes gesammelt hat. So stolz wie zum alljährlichen Tag der Offenen Tür erlebt man die Lehrer des DomGymnasiums nur selten. Schaut man in eines der Physikkabinette, wird mit flammender Begeisterung dafür geworben, dieses Fach bis zum Abitur zu belegen und sich auf das Abenteuer rund um Relativität und Wärmeleitung einzulassen – wirft man einen Blick in die Französisch-Räume trifft man engagierte Fremdsprachenlehrer, die hinter vorgehaltener Hand versprechen, dass ihre Sprache nützlicher sei als die Russische oder Lateinische.

Geworben wird tatsächlich – seit der Tag der offenen Tür mit einem neuen Konzept 2008 attraktiv gemacht wurde. Kaum ein Lehrer lässt es sich nehmen, sein Fach präsentieren und für Neulinge und alte Schüler schmackhaft zu machen.

So war es auch dieses Jahr, am 17. Januar wieder ein Erlebnis, Lehrerinnen und Lehrer mit kindlicher Begeisterung und Freude an ihrem Unterrichtsstoff zu erleben, die man vielen von ihnen nicht zugetraut hätte. Der Tag der Offenen Tür bot Raum zum Ausprobieren und Zeit, über das hinauszugehen, was im Unterricht möglich ist.

Überall gab es etwas zu entdecken – zum einen überraschende Seiten an den eigenen Lehrern, zum anderen Themen, die im Unterricht oft trocken, beim Tag der Offenen Tür mit Augenzwinkern und angenehmer Lockerheit präsentiert wurden: Im Geographie-Raum wurde gepuzzelt, im Chemie-Raum fröhlich gepantscht, im Kultur-Keller öffentlich Theater geprobt und im Eingangsbereich Kuchen verkauft.

Dass die Veranstaltung aber nicht nur intern informativ und erlebenswert , sondern auch über Naumburgs Grenzen hinaus von großer Bedeutung war, merkte man spätestens, wenn man in der Marienschule die Anlaufstellen aller namhaften Universitäten und Ausbilder des näheren Umfelds passierte.

Auch hier wurden keine Floskeln und Versprechungen ausgetauscht, sondern wichtige Kontakte mit Hochschulen geknüpft. Anstatt den Unis in Jena und Leipzig einen nervenaufreibenden Besuch abzustatten kamen wie schon im Vorjahr die Ansprechpartner ans DomGymnasium und stellten sich den Fragen der vorwiegend 11.- und 12.-Klässler.

Womit sich das DomGymnasium in diesem Zusammenhang rühmen kann ist, dass sein Tag der Offenen Tür freundlicher und besser organisiert war, als der Besuchertag der Uni Leipzig Anfang Januar.

Zu wünschen wäre, dass noch ein bisschen mehr der wunderbaren Atmosphäre des 17. Januars, der Lockerheit und des beidseitigen Interesses in den Unterricht einfließen könnte. Denn Tage wie der der offenen Tür beweisen, dass Bildung zur Abwechslung auch mal richtig Spaß machen kann.

Swen Lasse Awe