Domgymnasium Naumburg
Instruments of Peace

"Instruments of Peace", Instrumente des Friedens - eine sehr treffende Überschrift für das lehrreiche Programm, dass mir und vielen meiner Mitschüler und Mitschülerinnen am Vormittag des 5. Novembers 2008 zu Teil wurde.

Eine äußerst wichtige Voraussetzung für Frieden ist Völkerverständigung und diese muss nicht immer in Form von Sprachen geschehen, sondern kann auch in Form von Musik, der universellen Sprache, auftreten, wie uns die Gruppe "Lauda" eindrucksvoll bewiesen hat. Es war sehr interessant, sprachlose Kommunikation am eigenen Leib zu erfahren. Musik allein erzählt Geschichten, sie dringt tief in uns und vollbringt es, Emotionen zu übertragen. Und genau diese Emotionen waren es, die schließlich die wortlose Verständigung möglich machten. Emotionen versteht jeder, Emotionen sind überall gleich, das hat wohl jeder von uns Schülern während der Vorstellung gelernt. Die Musik hat alle bewegt, sodass selbst die jüngeren Schüler interessiert und konzentriert zuhörten.

Auch das "Rahmenprogramm" war sehr ansprechend, denn vielen von uns Schülern bietet sich nur selten die Möglichkeit, Gefühle und Gedanken von Zeitzeugen geschichtlicher Ereignisse in einer derart nahen und emotionalen Art und Weise vermittelt zu kriegen, wie durch die Reden der am Programm teilhabenden Personen.

Vor allem die Erfahrungen über das deutsch - jüdische Verhältnis während und nach der grausamen Zeit des Nazi - Regimes haben viele von uns gerührt und es ist sicherlich wichtig, dieses furchtbare Kapitel zu erwähnen, anstatt es zu verschweigen. Die Deutschen haben unter den Nazis das wohl schrecklichste Verbrechen der Menschheitsgeschichte begangen, und das kann nicht verschwiegen werden, wenn es um die Begegnung von Deutschen mit Israelis, besonders Juden geht, dennoch ist die Zeit der Vergebung gekommen. Nicht nur von den Juden an das deutsche Volk, sondern auch von uns an uns selbst als junge Generation. Ich habe keine Vorurteile und bin weltoffen, so wie die meisten meiner Mitschüler und Mitschülerinnen auch. Wir gehen respektvoll und tolerant mit anderen Kulturen und Religionen um, was uns von den Deutschen der damaligen Zeit grundlegend unterscheidet. Wir müssten doch weit genug sein, auf beiden Seiten keine Vorurteile mehr zu haben. Das muss sich in der zukünftigen Geschichte entwickeln. In der zukünftigen Geschichte, deren Anfang wir durch "Instruments of Peace" miterleben durften. Ich denke, all die gerade eben geäußerten Gedanken sind es, die das Programm äußern wollte, und eben auch stilvoll und ansprechend geäußert hat.

Mir persönlich hat sich glücklicherweise die Möglichkeit ergeben, gleich zwei mal "Instruments of Peace" zu erleben. Am Vormittag nur als Zuschauer und Zuhörer, am Abend als eine aus den vielen Sängerinnen und Sängern unserer eigenen Musikgruppe am Domgymnasium. Beide Begegnungen haben sehr viel Spaß gemacht und es war für uns Musiker ein wohl unvergesslicher symbolischer Augenblick, abwechselnd mit den israelischen Jugendlichen auf einer Bühne zu musizieren.

Als wirklich krönenden Abschluss sowohl des Vormittag- als auch des Abendprogramms empfand ich das gemeinsame Singen aller Anwesenden. Der Text von "Let it be" stand sehr stellvertretend für das Programm, und damit wurde aus meiner Sicht der emotionale Gipfel erreicht, sodass alle Zuschauer und Zuhörer die Veranstaltung verlassen konnten, mit der Gewissheit, etwas ganz wichtiges miterlebt und gelernt zu haben.

von Simone Schießer

   
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