Domgymnasium Naumburg
Jugend debattiert 2009

Jugend debattiert - Klassen 8-10

Nachdem am Vormittag 8 Schüler und Schülerinnen, aus den Klassenstufen 8 bis 10, in zwei Debatten ihre Meinungen energisch ausgetauscht hatten und die 4 Besten unter sich ausgemacht haben, fand am fortgeschrittenen Tage die Finalrunde statt.

Über die Fragen, ob Alkoholwerbung verboten werden soll, oder mehr Sportunterricht an Schulen gehalten werden soll, kam es nun im Finale zu der wohl kniffligsten Frage: "Sollen an Schulen nur noch Lebensmittel aus biologischem Anbau verkauft werden?"

Nun stehen Bio-Produkte nicht selten berechtigt in der öffentlichen Kritik, da sie ihren selbst ernannten Ansprüchen als solche nicht durchgängig gerecht werden. Das machte es auch nicht gerade leichter, überzeugend für die Einführung dieser Neuerung einzutreten und so hatte ich doch kleine Probleme mit meiner eigenen Glaubwürdigkeit, eben diese Bio-Produkte als die einzige Zukunft der Nahrungsmittelindustrie zu verkaufen. Das sah im Endeffekt leider auch die Jury so, womit ich mir alle Chancen auf den heißbegehrten Sieg verspielt habe. Viel überzeugter ging hingegen mein Mitstreiter Paul Andrä vom Goethe-Gymnasium Weißenfels an die Sache heran. Mit nahezu erschreckendem Eifer steigerte er sich fest in seine Behauptung hinein, dass alle herkömmlichen Lebensmittel unvergleichbar hohe Gesundheitsrisiken aufweisen würden, die wiederum Krebs und andere Krankheiten hervorrufen. In diesem Falle müssten wir alle schwerstkrank vor uns hin vegetieren, was wir aber in der Regel nicht tun. So wurde ein Argument meiner eigenen Seite zum treibenden Motor, meine Position in der Schlussrede zu ändern. Aber eins muss man Paul lassen, er hatte die nötige Überzeugung und Stimmkraft, die mir an der ein oder anderen Stelle gefehlt hat.

Platz eins und zwei gingen an die Debattierenden der Kontra-Seite, die leider auch die einzig logische Seite in der Debatte war. Lisa Arlt und Rudi Geister, beide mit dem Heimvorteil, legten ihre Gedanken schlüssig dar und jedes ihrer Argumente saß. Wohingegen die Pro-Seite nur stur auf den gleichen Argumenten sitzenbleiben konnte, um diese bestmöglich zu vertreten. Aber es war vergeblich, ich kam mir vor wie in einem Kampf zwischen David und Goliath, nur, dass in diesem Fall der Riese eindeutig die Überhand behielt.

Insgesamt war es ein sehr schöner Tag, alles war bestens organisiert und für das Wohl derer, die an diesem Tag gearbeitet haben, wurde bestens gesorgt.

Auch die kleinen Präsente für die Juroren und Sieger wurden als nette Gesten freundlich entgegengenommen. Damit war das eigentlich schon alles von "Jugend debattiert" an unserer Schule, nur für wenige gehen die Vorbereitungen eifrig weiter, denen möchte ich an dieser Stelle schon einmal alles Gute und maximale Erfolge wünschen. Und für alle anderen gibt es nächstes Jahr wieder eine Chance, sich erneut zu beweisen, worauf sich sicherlich jetzt schon alle freuen.

Ein Bericht von Simone Schießer



Landesfinale "Jugend debattiert" im Landtag von Sachsen-Anhalt

Zittrige Hände, die eine oder andere Schweißperle, die sich auf der Stirn befindet oder eine gewisse Angespanntheit hatte wohl jeder der Debattanten zu verzeichnen. Die 16 Redner, die schon als Sieger ihrer eigenen Schule hervorgegangen waren, fanden sich im Magdeburger Landtag wieder und kämpften um den Einzug in das Bundesfinale. Dieses Jahr kamen die Wettbewerbsteilnehmer aus Magdeburg, Naumburg, Dessau/Gräfenhainichen und Aschersleben, welche in zwei unterschiedliche Gruppen, von 8.-10 und von 11.-13. Klasse, eingeteilt wurden. Auf dem Programm standen anfangs zwei 24-minütige Debatten, die darüber entschieden, welche acht Redner sich die erhoffte Finaldebatte im Plenarsaal erkämpfen konnten. Die recht anspruchsvollen Themen, wie "Soll die Ampelkennzeichnung für Lebensmittel eingeführt werden?" oder "Soll das Handyverbot in Schulen durchgesetzt werden?", machten es den Teilnehmern nicht gerade einfach. Natürlich war es auch keine leichte Aufgabe für die Juroren, die von Gesprächsfähigkeit bis Sachkenntnis jedes Detail auswerten mussten. Letztendlich konnte die 21-jährige Ariane Rühr aus Aschersleben die Jury am meisten von sich überzeugen und kann sich nun auf den Bundestag in Berlin freuen. Von den 8.-10. Klassen konnte Philipp Mersdorf, der ebenfalls aus Ascherleben kommt, den Einzug in das Bundesfinale verbuchen, welches voraussichtlich am 20. Juni stattfinden wird. Im Übrigen haben sich auch die Domgymnasiasten Lisa Arlt, die derzeit die 10. Klasse besucht und Christian Voigt aus der elften Klasse, tapfer geschlagen. Lisa wurde Gesamtdritte und Christian konnte sich über einen vierten Platz freuen.

Ein Bericht von Franziska Albrecht